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Kolumne

Was wissen die Poller über die Schütte GmbH?

Manchmal muss man nur über die Bahngleise gehen, um in eine andere Welt zu treten. Wer in Poll lebt, kennt das Gefühl: Da ist das Veedel mit seinen Gassen, Vereinen, Festen - und da ist der Norden von Poll, wo plötzlich Maschinen stehen, die klingen wie Zukunft.

Die Schütte GmbH gehört zu diesen stillen Giganten. Eine Maschinenfabrik, die seit über hundert Jahren Mehrspindler baut - hochpräzise Drehmaschinen, die Metall bearbeiten, als wäre es Butter. Für viele Poller ist das ein vertrauter Name, aber kein vertrauter Alltag. Man weiß: "Da oben bei den Gleisen, da ist Schütte." Und man weiß: "Die machen irgendwas mit Maschinen."

Doch was heißt das eigentlich?

Die Spindel - ein Wort zwischen Märchen und Metall
Die Poller kennen das Wort Spindel aus zwei Welten. Die eine ist warm, weich, märchenhaft: Dornröschen, die sich an einer Spindel sticht, während Garn gesponnen wird. Ein Bild aus einer Zeit, in der Arbeit noch nach Wolle roch und nicht nach Schmieröl.

Die andere Spindel ist kalt, präzise, technisch: Ein rotierendes Herzstück einer Maschine, das mit tausendstel Millimetern arbeitet. Eine Spindel, die nicht schläft, sondern schneidet. Eine Spindel, die nicht verzaubert, sondern produziert.

Beide Spindeln tragen denselben Namen - und könnten doch kaum weiter voneinander entfernt sein. Oder vielleicht doch nicht?

Was die Poller wirklich wissen
Die Poller wissen, dass Schütte Arbeitsplätze schafft. Sie wissen, dass dort Menschen aus Poll und Umgebung jeden Morgen hineingehen und abends wieder herauskommen - mit öligen Händen, aber mit Stolz. Sie wissen, dass diese Maschinen in die ganze Welt gehen, während Poll selbst manchmal wirkt, als wolle es lieber ein Dorf bleiben.

Und sie wissen, dass die Schütte Spindel etwas mit Präzision zu tun hat. Mit Technik, die man nicht sieht, aber überall spürt: in Autos, in Werkzeugen, in Dingen, die funktionieren, weil irgendwo eine Spindel ihren Job gemacht hat.

Vielleicht ist die Verbindung doch größer
Wenn man es genau nimmt, haben die beiden Spindeln - die märchenhafte und die industrielle - etwas gemeinsam: Beide stehen für Verwandlung. Die eine verwandelt Wolle in Faden. Die andere verwandelt Metall in Form.

Und Poll? Poll verwandelt sich auch. Vom Dorf zum Veedel, vom Veedel zur Stadt, und doch bleibt es Poll. Vielleicht ist das der eigentliche Zauber.

Am Ende bleibt ein Gedanke
Die Poller müssen nicht jede technische Zeichnung verstehen, um zu wissen, dass Schütte ein Teil ihrer Geschichte ist. Ein Teil dieses eigenartigen Gleichgewichts zwischen Tradition und Industrie, zwischen Karneval und Konstruktion, zwischen Märchen und Maschinen.

Und vielleicht, wenn man abends am Rhein steht und der Wind die Geräusche der Fabrik herüberträgt, denkt man kurz:

Auch Poll hat seine Spindeln. Die einen drehen Metall. Die anderen drehen Geschichten.

Schüztte GmbH

Schütte GmbH

Schütte GmbH

Quelle: Albert Ackermann (albert46)

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