Es gibt Wörter, die tragen mehr Bedeutungen, als man ihnen zutraut. Poller ist so eines. Ein kleines Wort, drei Welten. Und jede davon erzählt etwas über uns - über Halt, über Grenzen und über Heimat.

1. Der Poller, an dem Schiffe festmachen
Der erste Poller steht am Wasser. Schwer, massiv, unerschütterlich. Er hält Taue, Boote, Geschichten. Er sorgt dafür, dass etwas bleibt, wo es bleiben soll. Vielleicht ist das die älteste Bedeutung: ein Stück Metall, das Stabilität verspricht.
Und manchmal denke ich: Auch ein Veedel braucht solche Punkte. Orte, an denen man festmachen kann. Menschen, die Halt geben. Traditionen, die nicht wegdriften, wenn der Wind dreht.

2. Der Poller, der Wege absperrt
Der zweite Poller steht im Straßenraum. Ein Pfosten, der sagt: "Bis hierhin, nicht weiter." Er schützt, lenkt, ordnet. Er ist nicht besonders schön, aber er erfüllt seinen Zweck.
Auch das kennt Poll. Grenzen, die man ziehen muss. Entscheidungen, die man trifft, damit ein Ort lebenswert bleibt. Manchmal braucht Gemeinschaft eben auch ein bisschen Klarheit - und ein paar gut gesetzte Poller.
3. Der Poller, der in Poll lebt
Und dann gibt es die dritte Bedeutung. Die wichtigste. Der Poller als Mensch.
Ein Poller ist jemand, der weiß, wie der Rhein riecht, wenn er steigt. Der den Klang des Poller Zochs im Ohr hat, lange bevor die ersten Trommeln ertönen. Der weiß, dass Gemeinschaft nicht aus Paragrafen entsteht, sondern aus Begegnungen. Ein Poller ist jemand, der sein Veedel nicht nur bewohnt, sondern belebt.
Vielleicht ist das die schönste Pointe dieses Wortes:
Ein Poller hält fest. Ein Poller schützt. Ein Poller gehört dazu.
Und manchmal, wenn man durch die Straßen geht, merkt man: Die drei Bedeutungen sind gar nicht so verschieden.
Denn ein Poller - egal welcher - sorgt dafür, dass etwas bleibt.


Quelle: Albert Ackermann (albert46)
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